16.04.2022 | eingestellt von Heinz-Dieter Klauß | Kategorien: Fauna

Ein Bericht von Peter Berlinghof

Graureiher (Titelbild) | © Peter Berlinghof

Der Graureiher (Ardea cinerea) ist schon sehr lange eine meiner Lieblingsvogelarten. Er erreicht eine Körperlänge von 90 bis 98 Zentimeter und wiegt meist zwischen 1 und 2 Kilogramm. Seine Flügelspannweite variiert zwischen 175 und 195 Zentimetern. Graureiher fliegen mit langsamen Flügelschlägen und bis auf die Schultern zurückgezogenem Kopf und einem s-förmig gekrümmten Hals (Bild 1). Nur während des Abflugs und bei der Landung ist der Hals vorgestreckt (Bilder 4-6). Graureiher sind in vielen unterschiedlichen Lebensräumen anzutreffen, also zum Beispiel an Süßgewässern im Landesinneren, an Flussmündungen sowie in Küstenregionen. Dabei sind die Ansprüche an den Lebensraum gering, lediglich Gewässer mit Flachwasserzonen müssen sich in der Nähe befinden.

Graureiher nutzen auch sehr häufig Gewässer, die vom Menschen geschaffen wurden, wie zum Beispiel Staugewässer oder Fischteiche. Als Ruhe- und Nistbäume nutzt er hohe Bäume, die möglichst frei von Störungen sind. Dies lässt sich gut zum Beispiel entlang des Discholls zwischen Fischereimuseum in Troisdorf-Bergheim und dem Ausfluss des Discholls in die Sieg beobachten. Auch auf den Inseln im Sieglarer See sind regelmäßig Graureiher anzutreffen. Der Graureiher sticht blitzschnell nach kleineren Fischen, Fröschen, Molchen, Schlangen und Wasserinsekten. Er frisst auch Ratten und Mäuse, die er – wie auch die anderen Nahrungstiere – im Ganzen verschlingt. Auch auf Wiesen wartet er still stehend auf Mäuse. Obwohl er auf dem Wasser landen und wieder auffliegen kann, landet er in der Regel einige Meter vom Wasser entfernt und schreitet dann langsam ins Wasser (Bild 12).

Das Nest ist ein großer, nicht sehr stabiler Bau aus Reisig in Baumwipfeln (Bild 2-4). In Mitteleuropa werden die Nester gewöhnlich hoch auf Laub- oder Nadelbäumen errichtet. Beide Elternvögel sind am Nestbau beteiligt. Meist trägt das Männchen das Nistmaterial ein (Bild 1). Alte Nester werden sehr häufig wiederbesetzt. Reiherkolonien sind sehr lebhaft, da zwischen den Vögeln einer Kolonie ständiger Streit herrscht weil sich die Vögel untereinander das Nistmaterial streitig machen.​