24.04.2022, eingestellt von Heinz-Dieter Klauß, Kategorien: Landschaft, Reisefotografie

Ein Bericht von Peter Berlinghof

01 Bretagne | © Peter Berlinghof

Die Côte des Abers ist ein rund 65 km langer Küstenabschnitt im äußersten Nordwesten der Bretagne zwischen Plouescat und dem Kap Pointe de Saint-Mathieu. Der Name ist abgeleitet von schmalen und langen, tief in das Land eindringenden Meeresbuchten. Geographen nennen diesen Küstentyp Ria, in der Bretagne werden sie jedoch Aber genannt. An der Côte des Abers sind dies die Buchten Aber Wrac’h, Aber Benoît und Aber Ildut (Bild 2). An dieser Küste verläuft entlang einer imaginären Linie zwischen dem Aber Ildut und der Insel Ouessant die Grenze zwischen Ärmelkanal und Atlantik. Zudem ist an dieser Küste der westlichste Punkt Kontinentalfrankreichs zu finden: Der Pointe de Corsen, ein Kap in der Gemeinde Plouarzel​.

Vor der Côte des Abers sank 1978 der Tanker Amoco Cadiz. Der Ortsteil Portsall von Ploudalmézeau erlangte damals traurige Berühmtheit, als der Tanker unweit der Küste havarierte und der Ölteppich als erstes den kleinen Naturhafen des Ortes erreichte, bevor er sich binnen weniger Tage über 300 Kilometer Küstenlinie verteilte.

Die nachfolgenden Bilder entstanden an dem Küstenabschnitt zwischen dem Kap Pointe de Saint-Mathieu (Bilder 18-20) und Portsall. Der größte Hafen in diesem Küstenabschnitt ist Le Conquet (Bilder 21-26), von dem aus die Fähren zu den Inseln Molène und Ouessant verkehren.

Auch hier im äußersten Westen Frankreichs, dem Département Finistère, sind alle Landschaftsbestandteile und sonstigen Merkmale zu finden, die die Bretagne für mich so reizvoll machen: Steilküsten, Strände, mystische Wälder, üppige Vegetation und Zeugnisse aus der Vergangenheit, wie der Menhir de Kerloas (Bild 16), der der größte der noch aufrecht stehenden Hinkelsteine der Bretagne ist. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die typischen grauen Steinhäuser und die berühmte französische Küche.

Peter Berlinghof